Moto Waganari (Mannheim) gehört zu den führenden Pionieren der digitalen Bildhauerei. Seine virtuell am Rechner konzipierten Plastiken entstehen unter Verwendung von modernen 3D-Druckern. Seine Figuren dürfen als eine Form von Transformation verstanden werden, die aus der digitalen Gestaltungswelt in eine analoge Haptik realisiert werden. Der 3D-Druck lässt letztlich eine eigene Materialästhetik in Oberfläche und Konsistenz entstehen. Die anthropomorphen Formen der Edelstahlplastik bestehen aus aufeinander aufbauenden Schichtungen. Es gilt, das spröde industrielle Verfahren in eine künstlerisch, ästhetische Form zu transformieren. Moto Waganari treibt immer wieder das technisch mögliche an seine Grenzen, provoziert Brüche und Ungereimtheiten, die aus dem potentiell reproduzierbaren Objekt letztlich eine unikate Plastik entstehen lassen.

Seine Figur „The Pandemic Protection Plan“ ist während des monatelangen Lockdowns entstanden. Die Figur zeigt das Menschenbild unserer Tage unter dem Eindruck und den individuellen Einschränkungen der Pandemie: Bewege dich nicht, fasse nichts an, verbirg dein Gesicht. Es ist ein gleichnishaftes Bild auferlegter und selbstgewählter Isolation. Der uns allen selbstverständliche Bewegungsspielraum reduziert sich schleichend auf ein Minimum. Der Mensch wird zu einem in sich selbst isolierten Individuum. Moto Waganari schafft ein Sinnbild unserer pandemischen Zeit.